Geschichte von Peter

- Erfahrungssatire - 
nur für starke Nerven, entstanden in Verarbeitung schockierender Realität - 

Ja so mancher Mitarbeiter

schielt nach der Karriereleiter.

Ist man gut in seinem Job

wird man alsbald hochgelobt.


Peter hat immer fleißig geschafft,

drum ist er nun auch Führungskraft.

Gestern noch unter Kollegen,

heute diesen überlegen.


Stolz war der Peter nun

und sparte auch nicht, dies kund zu tun.

Freizeit wurde fortan nichtig,

schließlich war der Peter wichtig!


Um wirtschaftlich nicht zu verlieren,

muss man vieles kontrollieren.

So saß er oft bis in die Nacht -

wie schön ist das Gefühl von Macht!


So ging es Peter lange gut,

wäre da nicht die faule Brut.

Keiner arbeitet hier richtig.

Niemand nimmt Ansagen wichtig.

Ständig ist da einer krank

und jammern tun sie durch die Bank.


Was soll ich denn mit denen reden,

"faul bleibt faul" das trifft auf jeden!

Und dann soll ich die auch noch loben?

Vielmehr könnt ich vor Wut gleich toben!

Weil ich ob der trägen Masse,

ständig meine Prämie verpasse.


Und außerdem, wer lobt denn mich?

Seinen Job zu tun, ist ja wohl selbstverständlich!

Die wissen gar nicht, wie gut es einem geht,

wenn man bei Schichtende einfach nach Hause geht,

für keine Entscheidung Verantwortung trägt,

keiner an seinem Stuhle sägt.


Ich hetzte hier von Termin zu Termin,

kein Tag an dem ich vor 10 zu Hause bin.

Die Schreibtischberge schrumpfen nicht.

Ein Ende der Arbeit nicht in Sicht.


Früher waren wir unter Kollegen

öfter zusammen mal einen heben.

Heute drehen sie sich weg,

kaum, dass ich die Halle betret'.


Meine Frau fragt, warum ich so abwesend bin -

ICH GLAUB ICH SCHMEISS EINFACH ALLES HIN!!!


Was sagt uns die Geschichte von Peter?

"Führen kann eben nicht jeder!"

Mit freundlicher Genehmigung zur Verwendung


von Yvonn Semek